Barbara Eichen ist eine starke Frau. Gezeichnet von Schicksalsschlägen, vergräbt sie sich nicht in ihrem Haus am Stadtrand von Düren, sondern begibt sich zurück ins Leben, und das bedeutet: auf den Golfplatz, der an ihren weitläufigen Garten anschließt. Hier findet sie Kraft, Geborgenheit, Erinnerungen an ihren verstorbenen Mann und nicht zuletzt Inspiration. Denn Barbara Eichen ist nicht nur leidenschaftliche Golferin, sie ist in erster Linie Künstlerin. Seit einigen Jahren nun verbindet sie ihren Beruf mit der liebsten Freizeitbeschäftigung: Sie malt Golfmotive.
Begonnen hat alles bei einem Golfevent in ihrem Heimatclub. Zum Golfer 2001 stellte sie zum ersten Mal ihre Golfmotive einer breiten Öffentlichkeit vor – und wurde gefeiert. Angesport durch die große Resonanz, malte sie weiter Golfplätze und Golfer in Öl. Der traditionelle Stil verwundert etwas, wenn man das Werk und den Werdegang einer hochmodernen Frau betrachtet.
Als Mode-Designerin, genauer Diplom Directrice, machte sie zunächst in Hamburg Karriere. Sie entwarf, modelte und organisierte für eines der größten Modehäuser der Nachkriegszeit. Als sie selbst das Unternehmen übernehmen sollte, zog sie dennoch erst einmal die Karrierebremse. Schließlich wollte die damals Mitte Dreißigjährige und ihr Mann noch eine Familie gründen. Was sich heute normal anhört, war damals absolut unüblich. Die junge Designerin mit Ansprüchen und Ehrgeiz war ihrer Zeit eben weit voraus. Als die beiden Söhne kamen legte sie dennoch eine Vernunftpause ein. Das Ende ihrer Laufbahn sollte das allerdings nicht bedeuten. Sie kümmerte sich weiter um Modebelange, schrieb Artikel für alle möglichen Modemagazine und begann wieder zu zeichnen. Dieses Mal keine Entwürfe, sondern Kunst. Die Bildhauerei kam dazu und so werkelte sie weiter als künstlerischer Allrounder. Mal abstrakt, mal gegenständlich. Die meisten Bilder, die in ihrem Wohnzimmer hängen, muten fast kubistisch an. Ein Golfplatz in impressionistischer Manier wirkt daneben fast wie ein Relikt aus früherer Zeit. Ist es aber nicht. „Der Impressionismus gibt mir Kraft“, und davon kann die Künstlerin, die gerade von einer schweren Krankheit wieder genesen ist, eine ganze Menge brauchen.
Zugegeben, zu den Landschaftsbildern in Öl passt der leichte Impressionismus, der immer auch ein wenig Licht in die Bilder lässt, sehr gut. Wetter, Stimmungen, Landschaften, Jahreszeiten, all ist in den großformatigen Bildern eingefangen und ein Blick aus dem Wohnzimmerfenster schafft Gewissheit: das Motiv ist gut getroffen. Denn das ist hier immer der Golfplatz Düren. „Die Reihe sollte eine Hommage an meinen Golfplatz werden“. Die Dürener sind stolz auf ihre Hofzeichnerin und so wundert es nicht, dass so mancher Golfer seinen eigenen Impressionisten zuhause haben möchte. Für Barbara Eichen bedeutet das, dass sie immer weitermalt. Wer stolzer Besitzer eines Golfmotivs werden möchte, ist um die 2000 Euro dabei. Auch externe Aufträge nimmt die Künstlerin gerne entgegen. Denn aus dem aktiven Leben hat sich die golfende Künstlerin noch lange nicht verabschiedet.
