Auf die Spitze getrieben

|

„I want Dubai to be Number 1“ verkündete Scheich Mohammed Bin Rashid al Maktoum, der Herrscher von Dubai im Oktober 2007 in einem Fernseh-Interview. Diese visionäre Dynamik steht für die atemberaubende Entwicklung im Emirat. Ein Staat, gerade so alt wie eine Generation, ist über Nacht aus einer ärmlichen Beduinenvergangenheit eingetreten in eine Gegenwart von höchster Technologie und finanziellem Überfluss. Geld wird nicht mehr mit Erdöl, Perlen und Weihrauch verdient, sondern mit Autos, Computern und Baumaterialien. Gigantische Bauvorhaben werden ins Wasser und in den Sand gesetzt. Die Palme Deira wird das größte von Menschenhand geschaffene Eiland sein mit mehr als 1 Million Einwohnern. Wie das einmal aussehen wird? Die erste der drei künstlich erzeugten Palmen ist inzwischen bezugsfertig und gleicht mit 860 Wohnvierteln und über 200 Einzelhandelsgeschäften auf engstem Raum eher einem sozialen Wohnungsbau, wenn auch für Millionäre.

Auf der Spitze dieser Palme eröffnete am 20. November 2008 mit einem spektakulären Feuerwerk, Kylie Minogue-Konzert und reichlich Hollywood-Prominenz, eines der größten Resorts der Welt. „Atlantis The Palm“ ist aus dem Persischen Golf emporgewachsen – mit 1500 Zimmern und zwei Unterwassersuiten, die über drei Stockwerke reichen. Anderthalb Milliarden Dollar hat Hotel-Mogul Sol Kerzner dafür investiert. Sicher haben sich die Namensgeber auf die enorme künstliche Unterwasserwelt, in der mehr als 65.000 Fische schwimmen, bezogen.

Die Welt ist nicht genug

Dubai greift nach den Sternen und baut vor seiner Küste das gesamte Universum nach. Inseln, die wie unser Sonnensystem angeordnet sein werden, sollen Dubai als Reiseziel noch beliebter machen. Dabei kommen jährlich schon an die fünf Millionen Besucher. Sie kaufen, sie leben auf dem neu gewonnenen Land und kurbeln damit an der Geldmaschine des Scheichs. Die wird sich in den nächsten Jahren noch schneller drehen, wenn bei Tag und Nacht die Kräne an Hunderten von Rohbauten kreisen, die Woche für Woche höher in den Himmel wachsen. Rund um die Uhr wird gearbeitet – in Zwölf-Stunden-Schichten. Es wird gebaut, gemacht und getan. Luxushotels, Gourmet-Restaurants, Megakinos, Bürokomplexe und 37 Shopping Malls. Allein die „Mall of the Emirates“ ist mit 223.000 Quadratmetern eine der größten Einkaufszentren weltweit. Die neue „Dubai Mall“ wird sie mit einer Million Quadratmetern noch überragen.

Der höchste Turm der Welt

Das höchste Gebäude in Dubai, der Burj Dubai misst bereits mehr als 600 Meter und soll noch einmal um mehr als 200 Meter wachsen. Damit er auch für immer der höchste Turm der Welt sein wird, ist er jederzeit aufstockbar. Außerhalb der Stadt geht es weiter mit den Bauarbeiten. Kerzengerade Autobahnen führen durch Industriegebiete in die Wüste, wo mitten im heißen Sand ein zweites, doch Glücksspiel freies Las Vegas entsteht, mit 31 neuen Hotels – darunter einmal mehr das größte der Welt (“Asia Asia”) mit 6500 Betten.

Der teuerste Cocktail der Welt

Das Wahrzeichen der Stadt ist allerdings immer noch das Burj Al Arab. Es ist nicht nur das höchste und teuerste Hotel, es serviert auch den teuersten Cocktail der Welt. Darin enthalten: ein 55 Jahre alter Whiskey aus der limitierten Lalique-Edition mit Dried Fruit Bitter, Maracujazucker und Eiswürfel aus schottischem Nobelwasser. Serviert in einem Glas aus Baccarat-Kristall mit 18-karätiger Goldverzierung und Burj-al-Arab-Gravur, das man anschließend als Erinnerung mit nach Hause nehmen darf. Der Spaß kostet schlappe 4.690 Euro!

Es gibt aber auch noch Normalität in Dubai. Die allerdings liegt vor den Toren der Stadt, gewissermaßen in einer Oase. Grüne Gärten in denen stolze Pfauen ihr Rad schlagen, ein Golfplatz, ein Schießclub und eine Marina erstrecken sich über 60 Hektar Land. Mittendrin das Jebel Ali Golf Resort & Spa, eines der ältesten Hotels Dubais. Hier genießen ganz normale Urlauber die Annehmlichkeiten einer guten Küche, Wellness, Golf, Reiten und Wassersport. Obwohl das Jebel Ali sich bisher dem Hype der futuristischen Visionen verschlossen hat, liegen diese doch direkt vor der Haustür. Ein Wedel der Palme Jebel Ali, an der heftig gearbeitet wird, reicht fast bis zum Strand des Hotels. Und wären da nicht ein paar eifrige Strandwächter, könnte man glatt hinüber schwimmen. Ob man sich dort wohler fühlen würde bei der Dichte der Bebauung, ist die andere Frage. Denn wenn auch im Jebel Ali Hotel nicht alles supermodern und goldglänzend ist, so punktet es doch mit einem Charme, wie er nur im Laufe der Zeit entstehen kann. Das genossen auch Stars wie Tiger Woods, Ernie Els, Padraig Harrington und all die anderen Tourspieler, die in den vergangenen Jahren zur Dubai Desert Classic hier wohnten, um sich in Ruhe auf dem hoteleigenen Golfplatz für das große PGA-Turnier einzuspielen, das heuer vom 26. Januar bis 1. Februar statt findet. Obwohl nur 9 Löcher groß, gilt der Jebel Ali Golf Course als Meisterschaftsplatz, der entlang eines kleinen Yacht-Hafens und um einen Salzwasser-See verläuft. Dazu sorgt der Wind vom Arabischen Golf für eine ständige Herausforderung, so dass sich kein Golfer hier langweilen wird, selbst wenn er die neun Löcher zweimal hintereinander spielt.

Die Dubai Desert Classic selbst werden im Emirates Golf Club ausgetragen, wo 1988 der Majlis Course als erster Grasplatz im Mittleren Osten eröffnete. Geformt von der Wüste, ausgestattet mit saftigen Fairways, großen schnellen Grüns und einer Menge Wasser, wurde er bald zu einem der Lieblingsplätze der Elite-Golfer. Mit einem zweiten Platz, dem Wadi-Course, ist der Emirates Club bisher die größte Golfanlage in Dubai, mit einem Clubhaus in Form von prächtigen Beduinenzelten, das für die internationale Golfszene ein Wahrzeichen höchster Ansprüche geworden ist. Davor hat man in Dubai regelrecht „wüstes“ Golf gespielt. Im 1971 gegründeten Dubai Country Club wurden die ersten Löcher noch „in den Sand gesetzt“. Man spielte auf „browns“ statt auf „greens“. Um den Abschlag zu erleichtern, war es jedoch erlaubt sein eigenes Stück Fairway mit sich zu führen. Doch das ist vorbei. Die Wüste blüht und zeigt sich besonders im Dubai Creek Golf and Yacht Club als wahrer Garten Eden. 18 Spielbahnen führen über sanft gewellte Rasenhügel, vorbei an Kokos- und Dattelpalmen, künstlich angelegten Seen und üppigen Blumenbeeten. Die drei riesigen weißen Segel des Clubhauses sind schon von weitem sichtbar und gehören zum Stadtbild wie die Skyline der Wolkenkratzer.

Faszinierend im Layout, zeigt sich vor allem The Montgomerie Golf Club. Nach dem Vorbild eines traditionellen schottischen Links-Courses, erwarten den Spieler 18 super gepflegte Fairways – teilweise mit Blick auf das Burj Al Arab – 14 künstliche Seen und 79 Bunker, die besonders raffiniert angelegt sind. Signifikant für den Platz ist Loch 13, ein Par 3, das sich rühmt, das größte Insel-Grün der Welt zu besitzen. Wasserreich – mit 11 Seen und kleinen Flussläufen – zeigt sich auch der Four Seasons Golf Club Dubai Festival, wogegen The Desert Course at Arabian Ranches ganz auf die Elemente der Wüste setzt, die mit enormen Bunkern ins Spiel kommt. Noch mehr Wüste gibt es beim nagelneuen The Els Club in Dubai Sport City. Entworfen vom südafrikanischen Superstar selbst, verteilen sich über eine Länge von 7.538 yards makellose Fairways und ebensolche Grüns, gespickt mit schneeweißen Bunkern. Außerhalb der Bahnen befindet sich ebenfalls Sand und zwar nichts als Sand, weshalb der Platz auch „Desert Links“ genannt wird. Die richtigen Schläge üben für diese ungewöhnliche Spielwiese, kann man bei der dem Club angeschlossenen Butch Harmon School of Golf.

Das höchstdotierte Golfturnier der Welt

Mit diesen vorhandenen 5-Sterne-Golfanlagen und weiteren Projekten wie Nakheel–The Jumeirah Golf Estates (4 Championship-Plätze) und Nakheel–The Inspiration (The Lost City; erster Golfplatz seiner Art, basierend auf den Lieblingsplätzen von Greg Norman: 6 Bahnen aus den USA, 6 aus Großbritannien/Europa, 6 aus Australien), sowie Dubai Golf City, wo Tiger Woods seinen ersten Golfplatz plant, wird Dubai von der führenden Golf-Destination im Mittleren Osten, zu einer der wichtigsten Golf-Destinationen der Welt aufsteigen. Der “Race to Dubai” wird ab sofort die europäische Order of Merit ersetzen und gilt als Preisgeldrangliste. Das Saisonfinale wird in Zukunft nicht mehr das Volvo Masters in Sotogrande sein, sondern nennt sich ab sofort “The Dubai World Championship” und ist mit 10 Millionen Dollar das weltweit höchstdotierte Turnier. Was sollte man auch anderes erwarten, in der Stadt der Superlative?

Informationen
Government of Dubai – Department of Tourism and Commerce Marketing,
www.dubaitourism.ae, E-Mail: dtcm_ge@dubaitourism.ae
Hier finden Sie u. a. auch die Daten für Kamel- und Pferderennen, Golf- und Tennisturniere, Messen, Ausstellungen und der beiden Shopping-Festivals. Informationen zu Autorennen und Autoausstellungen finden Sie unter www.dubaiautodrome.com, Infos zu Kultur, Lifestyle und Unterhaltung unter www.timeoutdubai.com, www.concierge-dubai.com oder www.itp.com

Flüge
Emirates-Airline gilt als eine der besten und sichersten Fluggesellschaften der Welt. www.emirates.com

Beste Reisezeit
Angenehm sommerliches Klima von November bis April. Von Mai bis Oktober kann es ziemlich heiß werden.

Hotel
Jebel Ali Golf Resort & Spa, Sheikh Zayed Rd., 50 km südwestlich von Dubai Zentrum. Das 260-Zimmer-Haus liegt malerisch am Sandstrand des Arabischen Golfs und verfügt über einen eigenen Golfplatz. www.jebelali-international.com

Golfplätze
Dubai Creek Golf & Yacht Club, www.dubaigolf.com,
18 Loch Meisterschaftsplatz, Kurzplatz mit Flutlicht, Golf Akademie, Driving Range.

Emirates Golf Club, www.dubaigolf.com
Zwei 18 Loch-Meisterschaftsplätze, Majlis- und Wadi-Course,
Flutlicht-Driving Range, Golf Akademie, Health Center

Four Seasons Golf Club Dubai Festival City, www.fourseasons.com/dubaigolf
18 Loch Meisterschaftsplatz, Driving Range, Golf Akademie

Jebel Ali Golf Resort & Spa, www.jaihotels.com
9-Loch-Meisterschaftsplatz inmitten einer Hotelanlage umgeben von Strand und Gärten

The Desert Course at Arabian Ranches, www.thedesertcourse.com
18 Loch Meisterschaftsplatz, Flutlicht-Driving Range, Golf Akademie

The Montgomerie, www.themontgomerie.com
18 Loch-Meisterschaftsplatz, Flutlicht-Kurzplatz, Driving-Range, Troon Golf Akademie

The Els Club, www.elsclubdubai.com
18 Loch-Meisterschaftsplatz mit Butch Harmon School of Golf

© Kern & Kern Media und Verlag GmbH & Co. KG 2010
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Kern & Kern Media und Verlag GmbH