GrÀfin Annabelle von Oeynhausen-Sierstorpff hat zusammen mit ihrem Mann aus dem alten defizitÀren Heilbad in Bad Driburg ein Spa-Luxus-Hotel im Trend der Zeit gemacht. Mitten in einem der schönsten Parks in Europa ist eine Oase der Ruhe, der Gesundheit und der KreativitÀt entstanden. Die gesamte Umgestaltung der Anlagen hat mehr als 20 Millionen Euro gekostet. Wir treffen uns im Foyer des First-Class Hotels im GrÀflichen Parks in Bad Driburg. Ich will wissen, wer diese interessante Frau ist.
Sie wurde 1967 in einem MilitĂ€rkrankenhaus in Karatschi als Annabelle HĂŒnermann geboren. âMein Vater war ein sehr erfolgreicher Trouble Shooter, â beginnt sie unser GesprĂ€ch, âein beauftragter Firmen Sanierer deutscher Konzerne, und war in dieser Eigenschaft viel in der Welt unterwegs. Er kam in die Firmen, brachte sie in die Gewinnzone, und wenn das Unternehmen dann wieder schwarze Zahlen schrieb, zog er mit unserer Mutter und uns Kindern weiter zum nĂ€chsten Problemfall in ein anderes Land.â
Annabelles Eltern waren aufgeschlossen und tolerant. Zusammen mit ihrer jĂŒngeren Schwester wĂ€chst sie in elterlicher Geborgenheit als Kinderkosmopolit und mit Vielsprachigkeit auf. Das ist so auĂergewöhnlich und besonders, dass man neidisch werden könnte. Als sie15 Jahre alt ist, zieht die Familie in ein eigenes Haus nach Essen. Annabelle macht ihr Abitur und schlieĂt eine Lehre im GroĂ- und AuĂenhandel ab. SpĂ€ter studiert sie Kunstgeschichte an der Freien UniversitĂ€t in Berlin. 1996 bekommt sie ein Angebot aus Caracas, eine dortige Galerie zu leiten. âDas war damals eine groĂe Herausforderung, denn AuslĂ€nder waren in der Hauptstadt von Venezuela nicht unbedingt willkommenâ, erzĂ€hlt sie. âAber warum sollte ich das nicht annehmen? Ich war mit meinem heutigen Mann zwar schon lange zusammen, aber ich war ja nicht mit ihm verheiratet.â Sie macht eine Pause. âEine Nacht vor meiner Abreise machte er mir einen Heiratsantrag, und ich sagte Ja.â
Nach drei Monaten Probezeit als Galeristin in Caracas kommt sie zurĂŒck nach Deutschland und heiratet ihren Grafen. âDamit begann die wohl gröĂte Herausforderung meines Lebensâ, erzĂ€hlt sie. âMein Mann hatte die GeschĂ€ftsfĂŒhrung von seinem Vater ĂŒbernommen, und ich erkannte sehr bald, dass ich nicht nur meinen Mann, sondern auch die GrĂ€flichen Unternehmungen geheiratet hatte. Doch die waren nicht mehr rentabel. Die Gesundheitsreform hatte uns fast ruiniert.â
Sie erzĂ€hlt, dass sie zusammen mit ihrem Mann fĂŒr das Heilbad und die Kliniken eine machbare Vision entwickelte, die zwar viel Geld kostete, sich aber seit der Neu-Eröffnung 2007 prĂ€chtig entwickelt. âAuĂenstehende glauben oft, dass ich die treibende Kraft fĂŒr die Neuerungen in unseren Unternehmungen bin, aber ohne meinen Mann lĂ€uft bei uns gar nichts. Ich mache Marketing, Kommunikation und bestimme weitgehend das Design in unserer Hotelanlage, und er verwaltet das Geld. Dass wir fast 20 Millionen Euro in unser GrĂ€fliches Park Hotel & Spa und in die Parkanlagen investiert haben, war eine richtige Entscheidung. Unser First-Class Hotel im GrĂ€flichen Park ist mittlerweile eine Oase zum WohlfĂŒhlen und zum Heilen, eine Balance zwischen Körper und Seele. Es ist wegen seiner Historie und seiner bodenstĂ€ndigen Tradition einmalig. Seit 225 Jahren werden hier in Bad Driburg unsere eigenen Heilquellen und die traditionellen HeilkrĂ€fte der heimischen Natur genutzt. Einfach nur Wellness ist uns nicht genug, wir bieten Medical-Wellnes und das macht uns erfolgreich.
Das HerzstĂŒck des GrĂ€flichen Parks ist der neue GARTEN SPA mit ganzheitlichen traditionellen Anwendungen. Wir bieten bodenstĂ€ndige Kuren mit eigenem Heilwasser und Schwefelmoor aus unseren heimischen Anlagen. Unser Park ist auch ein Paradies fĂŒr Sportler und Naturliebhaber. Golf auf dem zur Anlage gehörenden 18-Loch Champions Course, Rasentennis auf unseren PlĂ€tzen, auf denen schon der Tennisbaron Gottfried Freiherr von Cramm gespielt hat, und die GrĂ€fliche Jagd mit unterschiedlichem Wildvorkommen sind ideale ErgĂ€nzungen zu unserem Medical-Spa. Sie sehenâ, sagt GrĂ€fin Annabelle mit Stolz in der Stimme, âbei uns ist ganz schön was los!â
Wir lassen uns einen Cappuccino bringen, und ich habe Gelegenheit, weitere persönliche Fragen zu stellen.
Was ist die Grundlage fĂŒr Ihren Erfolg
âAuthentizitĂ€t, GlaubwĂŒrdigkeit, Mut, Risikobereitschaft und immer wieder FleiĂ und Stetigkeit!â
Sie sorgen fĂŒr gute Laune in ihrem Hotel, sagt man.
âNicht immer, manchmal muss ich eigensinnig sein, und Jasager mag ich nicht.â
Was macht Sie glĂŒcklich?
âEin schöner Sonnentag, ein ausgebuchtes Hotel am Wochenende, gesunde Kinder und die Liebe zu meinem Mannâ.
Haben Sie einen Lieblings-FuĂball Club?
âNa klar, das ist unser TuS Bad Driburg, da spielen meine beiden Söhne, und mit denen bin ich oft auf dem Platz.”
Gehen Sie auch schon mal an eine Pommesbude?
âMeine drei Kinder essen gern Fritten mit Majo, und ich dann natĂŒrlich auch.â
Waren Sie schon mal in akuter Lebensgefahr?
âJa, das war im Golf von Mexiko. Wir waren mit dem Boot drauĂen. Plötzlich kam eine hohe Welle, und wir wurden ins Meer geschleudert. Als ich ans Ufer schwamm, sah ich etwa fĂŒnf Meter neben mir einen Hai, doch der drehte ab und lieĂ mich schwimmen. Dank sei dem Hai!â
Sind Ihre Köche Sterne verdÀchtig?
âNein, aber sehr gut und dicht dran. In unserem âCasparÂŽs Restaurantâ verwöhnen sie ihre GĂ€ste mit internationaler KĂŒche und regionalen Produkten auf höchstem Niveau. Im urig gemĂŒtlichen âPferdestallâ gibt es bodenstĂ€ndige Gerichte aus der LandhauskĂŒche. Spitzenköche, wie zum Beispiel Sternekoch Dieter MĂŒller im November, laden wir zu unseren Gourmet-Festivals ein, und die kochen dann auch und geben Kochkurse fĂŒr unsere GĂ€ste.â
Gibt es einen Ort, den Sie als âNoch-Heile-Weltâ bezeichnen wĂŒrden?
âJa, und noch mal Ja: Der GrĂ€fliche Park hier in Bad Driburg!â
Können Sie leben, wie Sie möchten?
âHeute ja, am Anfang meiner Zeit hier im GrĂ€flichen Park nicht, da hatte ich groĂe Schwierigkeiten. Das ausgeflippte Huhn von frĂŒher konnte ich nicht von heute auf morgen ablegen, und nur Mutter wollte ich auch nicht sein. Ich fĂŒhlte mich in meiner Persönlichkeit eingeengt. Seit der gemeinsamen Planung unseres neuen Hotels hat sich das geĂ€ndert. Ich habe meine Aufgaben gefunden und habe mit meiner Familie ein sehr glĂŒckliches Zuhause. Der GrĂ€fliche Park hier in Bad Driburg ist meine Heimat, ich möchte nie wieder weg.â
