Rudi Carrel, The Show must go on
Rolf Everding zu Gast beim Showmaster Rudi Carrell im April 2005
SERIE: Prominente stellen vor …
Rudis Gag-Kultur…. End-Text 7.071 Anschläge
Rolf Everding zu Gast beim Showmaster im April 2005
Rudi Carrell hat in mehr als 50 Jahren Entertainment Fernsehgeschichte geschrieben. Er legte die Grundlagen deutscher Gag-Kultur und produzierte mehr als 30 Sendungen im Jahr. Er wusste von seiner Krankheit seit langer Zeit. Bis zuletzt vermittelte er das Gefühl der Freude und Dankbarkeit für das Leben, für die Schönheiten der Natur und für seinen Beruf.
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Im April 2005 hatten wir uns auf seinem Heimatplatz in Syke bei Bremen verabredet. Ich wollte sehen, was er golferisch drauf hat, denn immerhin spielte er seit 15 Jahren Golf. Rudi kam mit einem ulkig formschönen Dreirad-Motor-Caddie um die Ecke. Das Ferrari-Logo mit dem springenden Pferd stand groß hinten drauf. Ob diese Kutsche tatsächlich ein Ferrari war? Ein Carrell-Privileg war es allemal, denn nur er durfte mit diesem Gefährt auf den Platz. Aber sonst war mit Rudi Carrell in Syke alles normal.
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Er ging mit viel Respekt auf die Runde, denn immerhin hatten seine Flightpartner, seine Frau Simone und ich, Handicap 11 und 12. Aber schon auf der schweren Eins zeigte er, dass er Golf spielen konnte. Er legte seinen Ball vor, und war mit dem dritten Schlag auf dem Grün. Ein sicheres Bogey war der Lohn. Simone lag im Wasser und brauchte einen Schlag mehr als ihr Mann, ich musste mir einen Streicher notieren. Die nächsten drei Bahnen spielte Rudi Carrell Bogeys und Doppel-Bogeys. Nach Patzern auf der langen Acht –vielleicht fragte ich zu viel- verpasste er auf der Neun nur knapp das Par. Er spielte auf den First Nine 16 Stableford-Punkte. Ein gutes Ergebnis, denn der Platz ist sportlich anspruchsvoll.
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Im Jahr 1989 habe es nach einer Ratssitzung in Syke, erzählte Rudi Carrell, ein erstes Gespräch über die Gründung eines Golfclubs gegeben. Nach Probeschlägen auf einer Driving-Range in Bremen sei er überzeugt gewesen, dass Golf sein Ding werden könne, und so sei es dann auch gekommen. Als feststand, dass der Platz nur wenige Autominuten von seinem Haus entfernt gebaut werden sollte, war er Feuer und Flamme. Er war einer der Gründer des Clubs und war stolz darauf, die Mitgliedsnummer 7 zu haben.
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Irgendwann waren die 18 Löcher in Syke fertig, und es konnte los gehen. Schnell aber merkten die Neugolfer, dass man mit 30 Mitgliedern keinen Golfclub finanzieren kann. Es mussten mehr Leute her. Ein glücklicher Zufall kam zu Hilfe. In der Bremer Stadthalle hatte Howard Carpendale ein großes Showkonzert. Warum sollten die Syke-Golfer seine und Howards Bekanntheit nicht nutzen, um dem Club zu helfen. Howard Carpendale und Rudi Carrell spielten am nächsten Tag auf dem Platz in Syke die ersten vier Löcher. Acht Pressefotografen und zwei Fernsehteams begleiteten die beiden. Abends gaben Howard und Rudi bei Radio Bremen auch noch ausgiebige Interviews zum Golfen im Allgemeinen, und zum neu angelegten Golfplatz in Syke ganz speziell. Nicht zu glauben, aber drei Monate später hatte der Club mehr als 300 neue Mitglieder.
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Mit seinem Handicap 25 kam Rudi Carrell bei großen Turnieren für eine Bruttowertung natürlich nie in Frage, doch einmal hat er in Bad Griesbach auf dem Brunnwies-Course das Erste Netto gewonnen. Der kleine Siegerpokal mit Goldgravur stand in seiner Vitrine zwischen 5 Bambis, 3 Goldenen Kameras und dem Bundesverdienstkreuz ganz vorne. Jeder sollte diesen Glaskelch sehen, denn er erinnert an seinen größten sportlichen Erfolg!
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Die ersten fünf Bahnen der zweiten Neun ließen sich recht gut an. Auf seiner Lieblingsbahn, der Vierzehn, hat er im Laufe der Jahre zwar zwei Birdies und mehrere Pars gespielt, doch an diesem Tag lief es nicht so gut. Sein dritter Schlag landete unglücklich unter der Kante des Green-Bunkers, und da kam er nicht wieder raus. Trotz dieses Missgeschicks spielte Rudi Carrell eine gute Runde. Er verfehlte sein Handicap nur um zwei Punkte.
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Als ich ihn nach seinem schönsten Golferlebnis fragte, schwärmte er davon, dass die Deutsche Bank ihm zu seinem sechzigsten Geburtstag eine Golfrunde mit Ian Woosnam auf Gut Kaden geschenkt habe. Obwohl er doch schon fast alle Weltstars in seinen Shows gehabt hatte, war das Abendessen mit Ian Woosman und mit Colin Montgomery im Hamburger Fischereihafenrestaurant bei Rüdiger Kowalke für ihn ein besonderer Höhepunkt in seinem Leben.
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Dass Hermann van Veen sein Lieblingspartner beim Golfen war, und dass er mit einer ganz bestimmten Schauspielerin nie wieder spielen würde, erfuhr ich am Rande. Diese unbegabte hochnäsige Zicke habe nicht Golf gespielt, empörte er sich, sie habe Golf geredet, und das pausenlos. Es muss sehr unangenehm gewesen sein.
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Das einzige Ass in seiner Golfkarriere habe leider niemand gesehen, erzählte er mir. Rudi spielte morgens sehr früh ganz allein in Syke die Zwei. 125 Meter als Par 3 waren für ihn keine besonders weite Entfernung, aber dass der Ball mit einem Schlag ins Loch rollte, war ihm noch nie gelungen. Das sei so ungefähr das Schlimmste, was einem Golfer passieren könne, man spielt ein Hole-in-one, und niemand hat es gesehen, bedauerte er sein Missgeschick. Schade, Rudi Carrell hat in seinem Leben nie wieder ein Ass gespielt.
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Die südlich vor den Toren Bremens gelegene Par-73-Anlage erstreckt sich über ein 72 ha großes, leicht hügeliges Gelände. Geschickt platzierte Wasserhindernisse, 43 Bunker und 6.153 Meter Länge sind sorgfältig gewählte Bausteine für eine anspruchsvoll interessante Golfrunde. Ein Unikat von spröder Eigenwilligkeit mit dem Hang zum Understatement, das so recht in diese urige norddeutsche Landschaft passt. Achtung, die Greens und Fairways sind fast immer abfallend zum Norden gestaltet. Vielleicht eine Hommage an die nahe Hansestadt und an die vielen Mitglieder und Gäste aus Bremen.
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Bei ihm zuhause ließen wir es uns nach der Runde gut gehen. Simone ist eine charmante Gastgeberin. Es war schön, mit Rudi und seiner Frau zusammen zu sitzen und sich mit ihnen zu unterhalten. Spät verabschiedete ich mich vom Ehepaar Carrell. Mit seiner so herrlich holländisch gefärbten Stimme rief er mir noch nach: “Kommen Sie bald wieder, unser Platz ist so schön, dass wir ihn noch einmal spielen sollten!“
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Wir haben uns nicht mehr wieder gesehen. Rudi Carrell starb am 7. Juli 2006 im Alter von 71 Jahren.
Rudi Carrell
Geboren als Rudolf Wijbrand Kesselaar am 19. Dezember 1934 in Alkmar. Nachdem er das Gymnasium mit 17 Jahren abgebrochen hatte, arbeitete er in Holland als Entertainer, als Bauchredner und Zauberkünstler und hatte 1959 seine erste Fernseh-Show. Radio Bremen entdeckte ihn für das deutsche Fernsehen. 1974 präsentierte er seine Quiz-Show “Am laufenden Band“. Es folgten viele sehr erfolgreiche Sendungen. Rudi Carrell hat Fernsehgeschichte geschrieben. Seine letzte Produktion war die wöchentliche Sendung “7 Tage 7 Köpfe“. Ende 2002 zog er sich vom Showbusiness zurück, blieb jedoch als Produzent hinter den Kulissen weiter aktiv. Er starb am Mittag des 7. Juli 2006 an Lungenkrebs.
Anschrift Golf Club Syke, Schultenweg, 28857 Syke-Okel
Tel: 04242 / 82 30 Mail: info@golfclub-syke.de www.golfclub-syke.de
Tagesgreenfee: 36 Euro Sa/So: 50 Euro Zehnerkarten 250 Euro








































































































































































































































































